Dienstag, 21. Juni 2011

Dilemma

Sprachliches, allzu Sprachliches

Die interessante Verwendung von (nichtdeutschen) Anführungszeichen ...

'Ich weiß es nicht.'

"Mama, ich frage mich", sagte der Junge und stützte die Hände auf die Knie, während er seine Mutter durch die dicken Brillengläser ansah, "wenn ich jetzt Geld finde, und dann stecke ich es ein, ist es dann Diebstahl?"
Die Mutter sah aus dem Fenster, wo die verregnete Stadt vorbeirauschte. "Hm."
"Oder wie nennt man das denn, wenn ich das Geld einfach selbst behalte, hat das einen Namen?"
"Schatz, ich weiß es nicht." Die Mutter sah hilfesuchend ihren Mann an, der neben dem Jungen saß und ihm aufmerksam zuhörte.
"Keine Ahnung, Tobias, da bin ich überfragt."
"Aber mal angenommen, ich behalte das Geld nur, um es zu spenden, ist es dann auch noch Diebstahl?"
Der Bus bog um eine Ecke und es ertönte die Ansage für die nächste Haltestelle.
"Komisch", sagte der Junge und blickte sich um, "sonst kommt die Ansage immer viel früher. Weißt du, warum sie erst jetzt kommt, Mama?"
"Tobias", seufzte die Mutter und wandte sich ihm mit müdem Ausdruck zu, "ich interessiere mich nicht ein Tausendstel so viel für Busse wie du. Du solltest jemanden fragen, der das genauso spannend findet."
Die anderen Fahrgäste, die die Szene mitbekommen hatten, hielten fast den Atem an, aber der Junge nickte nur und wandte sich dann an den Vater. "Guck mal, Papa, da draußen, das ist ja ein tolles Auto. Weißt du, welches Modell das ist?"